46. StuTS in Bochum
Vom 18. bis 22. November fand die Studentische Tagung Sprachwissenschaft (kurz: StuTS) statt, und zwar in Bochum, dafür mit wenigen Leipzigern. Sonst waren wir immer die größte Fraktion, diesmal waren wir nur zu sechst (Alex J., Clarissa L., Verena P., Sebastian S., Julia K. und ich). Eigentlich wollten Tina und Luise noch mitkommen, doch die sind vorher krank geworden.
Die Fahrt dauerte lang, war aber nicht schlimm. Die Unterkunft war leider keine Turnhalle (schade!), sondern ein altes verlassenes Wohnheim, in dem wir auf Matratzen unterkamen und zu mehrt in einigen Etagen schliefen. Das klingt schäbig, war aber ziemlich cool. Verena, Clarissa, Sebastian, Julia und ich haben uns ein großes Zimmer geteilt. Aber die meiste Zeit waren wir ja eh in einem Gebäude auf dem Campus. Die Organisation war meiner Meinung nach vorbildlich, auch wenn das Orga-Team an sich wenig Interesse am Wohlbefinden der Teilnehmer gezeigt hat. Die Vorträge waren IMHO interessanter als sonst, obwohl (oder gerade weil?) ein Großteil germanistische Linguistik zum Schwerpunkt hatte. Da gab's was zum badischen Plural, dazu, wie Pflegepersonal mit Demenzkranken redet (interessanter als es klingt!), ein Vortrag zur Entstehung von Kreolsprachen, ein gar-nicht-linguistischer Vortrag über Meme, den ich allerdings fast mit am besten fand (der Referent hat als Beispiel auch gezeigt, dass sich Fleisch überhaupt nicht in Coca-Cola auflöst — wär der Mythos also auch endlich geklärt), dann noch was über das Schwa im Luxemburgischen, vorgetragen von Fränz, einem Luxemburger.
Ansonsten bot das Programm noch eine Stadtführung (es gibt in Bochum aber eigentlich nichts zu sehen), mehrere Kneipentouren und einen Ausflug ins Planetarium, was ganz nett war. Auch die Abende in des Wohnheims Gemeinschaftsküche waren lustig. Weniger lustig war, als ich von einem kleinen Abstecher in die Einkaufsmeile zur Uni zurückkam und mitansehen musste, wie Rettungssanitäter und Polizei gerade eine Plastedecke über einen "erfolgreichen" Selbstmörder legte: da hatte sich tatsächlich jemand (allerdings kein StüTSling) von einem leerstehenden Hochhaus gestürzt. Und die Organisatoren hatten uns anfangs noch erzählt, dass die Uni Bochum die Universität mit der höchsten Selbstmordrate ist, was dadurch begründet sei, dass sie die einzige Uni mit so einer Statistik ist. Scheint aber doch was dran zu sein...
Am letzten Tag gab's noch eine kleine Verlosung. Jeder hatte ein Los und durfte sich der Reihenfolge nach nach Ausrufen der Nummer was vom Präsenttisch nehmen. Vieles davon war leider "Spiddel" (Sonnenbrillen, Fußballtrikots, usw.), doch es gab zwei Pedale, die man für Transkriptionsprogramme zum Abspielen und Anhalten von Tonaufnahmen nutzen kann — damit geht das Transkribieren schneller
Ansonsten, Rückfahrt und so, lief alles glatt, auch wenn's lange dauerte. War 'ne schöne StuTS, wirklich! Nächstes Semester ist die StuTS in Mainz. Das erste mal, dass ich auf einer StuTS an einem Ort sein werde, wo ich und sie beide schonmal waren. Und es wurde auch schon der Ort für die Übernächste StuTS gewählt: Potsdam.
Berufungskommission
Da möchte ich eigentlich nicht viel drüber schreiben, es gab halt Vorträge der 8 Kandidaten zum Thema Onomastik und historische Linguistik. Viele der Vorträge waren sehr gut und auch viele Kandidaten waren vielversprechend (das war nicht immer Deckungsgleich), aber es waren auch richtig schlimme dabei. Und es wurde sich von uns, der Kommission, nach jedem Vortrag nochmal persönlich mit dem Kandidaten beraten. Am Ende der beiden Tage haben wir dann aus den 8 Kandidaten 4 in die engere Wahl genommen — diesmal waren mit diesem Ergebnis alle relativ zufrieden. Nächste Woche Mittwoch werden wir wieder tagen und aus diesen 4 Kandidaten eine geordnete Liste von 3 Kandidaten erstellen, von denen es dann vermutlich der 1. wird. Wir werden sehen...
GIL-Jahrestagung
Ja, dann war da noch die Jahrestagung der Gesellschaft für Interlinguistik (GIL) vom 27. bis zum 29. November, bei der ich zum ersten mal war, auf Empfehlung von Frau Fiedler. Die Fahrt nach Berlin verlief glatt, mit Mitfahrgelegenheit (10 €), gegen Abend traf ich im Tagungsgebäude ein und trag z.B. schon Marek Blahuš, den ich von diversen Esperantotreffen her kannte und auch Rudolph Fischer aus Münster. Frau Fiedler kam etwas später und Herr Blanke war schon da. Ich bekam ein Zimmer im Nachbarhaus zugewiesen, das ich mir mit einem Australier namens James teilte, der in Leipzig gerade Informationen zu seiner Dissertation über Plansprachen sammelt. Er war danach auch einmal bei einem Sprachenabend bei uns und lernt zurzeit ein wenig Esperanto. Die Vorträge der GIL-Tagung waren zum Teil sehr interessant, zum Teil weniger, da das Tagungsthema die Persönlichkeiten der Entwickler bzw. berühmter Interlinguisten zum Thema hatte. Sowas interessiert mich eher marginal, da ich ja eher Linguist bin. Aber auch da kam ich nicht zu kurz. Ich hab selbst einen Vortrag über Plansprachen und ASJP gehalten, der wohl recht gut ankam (außer vllt. bei den Indogermanisten, hehe) und viele Fragen aufwarf, die ich hoffentlich beantworten konnte.
Sebastian Kirf hat alles auf DVD aufgenommen und jeder Referent hat eine DVD mit seinem Vortrag bekommen, auch ich. Also meine Stalker, fragt mich nach der DVD! ;)
Ich bin der GIL dann auch gleich beigetreten. Habe mich auch so mit vielen netten und interessanten Leuten (viele davon (Inter-)Linguisten) unterhalten und die Heimreise ging auch problemlos vonstatten, trotz überfüllter Züge.
Luises Geburtstagsfeier
Joa, und wie jedes Jahr war wieder der Luise Geburtstagsfeier. Ich hab ihr ein Spiel namens "Wort-Tüftel" geschenkt und hoffe, es gefällt ihr. Ich hab das nämlich mehrmals schon mit Lisa gespielt (hallo Lisa!) und fand es lustig. Ansonsten war's ganz lustig da, mit leckerem Essen (Rosmarinkartoffeln!) und Trinken (Wodka-O!). Die Heimreise gestaltete sich allerdings etwas schwierig und langwierig, da ich von Probstheida erstmal mit dem Nightliner zum Bahnhof musste, und dann halt nach Engelsdorf. Um 2 bin ich los, um 4 kam ich an. Mehr als 2 Stunden Fahrt. Uff.
Joa, und ansonsten waren noch viele weitere Sachen (Schlittschuhlaufen, Weihnachtsmarkt, Tutorium, Fachschaftsrat, entzündete Alveolen, Sprachenabend usw.) und auch einige, über die öffentlich zu schreiben ich eigentlich keine Lust habe.
Jetzt geht's zum Fachschaftsrat, wo heute nach der Sitzung Wichteln angesagt ist. Ein Geschenkchen hab ich gefunden, das Einpacken desselben erwies sich aber als ein ziemlicher Akt. Naja. Dafür krieg ich vielleicht was tolles.
Liebe Grüße, liebe Leute!
- André
P.S.: Quote of the Day
Höhö, neulich lief ich mit Tina durch die Stadt und da sprach uns vorm Telekomladen ein Mann mit zwei Äpfeln in den Händen an:
Mann: "Apfel?"
Wir: "Nee, danke."
Mann: "iPod?"
...also wenn das mal keine gute Ansprechstrategie ist! :D